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von Hans-Ludwig Meier
Wer im Sitz der Kreisverwaltung in der Felix-Fechenbach-Straße 5
in Detmold lediglich einen weiteren Behördenbau sieht, verkennt
die Bedeutung, die das Kreishaus in der Diskussion bei der Zusammenlegung
der beiden Altkreise Detmold und Lemgo gehabt hat. Rechtlicher Hintergrund
waren die Verhandlungen der beiden Altkreise über ihren Zusammenschluss,
die im so genannten Gebietsänderungsvertrag mündeten. In dem Vertrag,
der in einem gemeinsamen Ausschuss – dem so genannten „Lippe-Ausschuss“
- der beiden Kreistage ausgehandelt und dort am 16. Januar 1970
beschlossen worden war, einigte man sich nach zähem Ringen letztendlich
auf Detmold als neuen Sitz der Kreisverwaltung und auf einen entsprechenden
Ausgleich für Lemgo. Im § 2 des Gebietsänderungsvertrages, der im
Sommer 1970 von beiden Kreistagen bestätigt worden war, wurde bestimmt:
„Sitz der Kreisverwaltung wird die Stadt Detmold. Die Errichtung des
neuen Kreishauses erfolgt im nördlichen Bereich der Großgemeinde Stadt
Detmold.“
In der Folgezeit wurde heftig über die Formulierung des
Gebietsänderungsvertrages zum Standort des neuen Kreishauses diskutiert.
Neben dem Hiddeser Berg in Heidenoldendorf waren vor allem der Bereich
Pinneichen an der B 239 in Richtung Lage und das Gut Braunenbruch im
Gespräch. Von Lemgoer Seite wäre es natürlich gerne gesehen worden, die
neue Kreisverwaltung im Detmolder Stadtteil Bentrup-Loßbruch zu
errichten, um die Wege in den lippischen Norden möglichst kurz zu
halten. Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile und mit Rücksicht auf
die städtebauliche Entwicklungsplanung der Stadt Detmold sowie auf die
gute verkehrliche Erreichbarkeit entschied man sich letztlich für die
Errichtung des neuen Kreishauses im Detmolder Stadtteil Heidenoldendorf
am Hiddeser Berg. Den dafür notwendigen Beschluss fasste der Kreistag in
seiner Sitzung am 17. März 1975.

...Neben diesen vielgestaltigen Überlegungen ging es für die inneren
Abläufe der Verwaltung auch um die Frage, ob die in den siebziger Jahren
vielfach anzutreffenden Großraumbüros oder Bürolandschaften sinnvoll
seien oder ob konventionellen Einzelbüros der Vorzug gegeben werden
sollte. Dass sich die Verantwortlichen letztlich für die Einzelbüros
entschieden haben, werden ihnen heute sicherlich viele Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen im Kreishaus danken. Das Raum- und Funktionsprogramm
wies bei einem Flächenbedarf für insgesamt 749 Arbeitsplätze im
Einzelnen folgende Flächen aus:
Büronutzfläche, Sondernutzfläche 14.680 m2
Nebennutzfläche (Lagerräume, Putzräume, WC's, Garagen etc.) 3.495 m2
zusammen 18.175 m2.
Vom Beschluss zur Einweihung
17.03.1975 Beschluss des Kreistages, das Verwaltungsgebäude am Hiddeser
Berg in Detmold zu errichten
31.05.1975 Ausschreibung des Architektenwettbewerbs
16.01.1976 Beschluss des Kreisausschusses über die Vergabe des Auftrages
zur Erstellung eines Vorentwurfes
04.07.1977 Beschluss des Kreistages, den Neubau auf der Grundlage des
Vorentwurfes zu errichten
03.04.1978 Beginn der Erdarbeiten
02.05.1978 Beginn der Rohbauarbeiten
01.06.1978 Grundsteinlegung
29.10.1979 Richtfest
27.07. bis 12.08.1981 Umzug in das neue Verwaltungsgebäude
16.10.1981 Einweihung des Kreishauses
Bauzeit April 1978 – Juli 1981
Zahlen, Daten, Fakten
Grundstücksfläche rd. 53.000 m2
überbaute Grundstücksfläche 6.532 m2
Brutto-Grundrissfläche 31.300 m2
Kreistagssitzungssaal 424 m2
3 Sitzungsräume mit zusammen 230 m2
Zentralregistratur und Archiv 1.200 m2
497 Standard-Büroräume
davon 9 mit je 11,7 m2
davon 277 mit je 17,6 m2
davon 197 mit je 23,5 m2
davon 10 mit je 29,4 m2
davon 4 mit je 35,2 m2
Zahl der Büroarbeitsplätze 800
Brutto-Rauminhalt 103.737 m3
Parkplätze 680
Kosten
Baukosten einschl. Grundstücks- und ´
Erschließungskosten, Kosten für die Einrichtung
und Nebengebäude 67,5 Mio. DM
abzüglich
Zuweisungen des Landes Nordrhein-Westfalen 23,1 Mio. DM
Zuschüsse Dritter 0,9 Mio. DM
Eigenanteil des Kreises Lippe 43,5 Mio. DM
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